Mit seinen märchengleichen Reportagen hat Lügenprinz Claas R. den „Spiegel“ in eine journalistische Krise der Sonderklasse hineintheatert – weil er Fakten hemmungslos mit Fiktion vermischte, Erfundenes wortreich als Herausgefundenes tarnte und drauf pfiff, was war und was wahr war. Und warum das Ganze? Um der guten Geschichte willen.

Um die geht‘s uns auch: Und weil das Kulturlabor Stromboli nicht der „Spiegel“ ist, hätten wir auch kein Problem damit, einen Lügenprinzen bzw. eine Lügenprinzessin mit literarischem Gespür zum ersten Stadtschreiber bzw. zur ersten Stadtschreiberin Halls zu machen.
#fakenewsalarm? Naja, warum nicht: Gut erzählt müssen sie aber schon sein, die Geschichten aus dieser kleinen Stadt, die einen Steinwurf von einer selbst ernannten Weltstadt entfernt aus dem Inntal lugt und Erstbesuchern meist ein entzücktes „Ohhhh“ entlockt. Doch hinter dem lieblichen Kitsch der schmucken Altstadt verbergen sich womöglich auch „Ihhhs“ und „Ähhhs“ – wir warten nur darauf, dass sie ausgegraben werden. Oder eben ausgedacht.

Kurz und gut: Das Kulturlabor Stromboli sucht einen wortgewandten Fantasten, eine phantasievolle Entdeckerin, jemanden, die oder der bereit ist, sich in den Gassen Halls und den Irrungen des Kulturvulkans zu verlieren und dabei Ideen für Prosa, ein Theaterstück oder Gedichte zu finden. Erlaubt ist gefälligst alles – solange die Vulkanier/innen dem Stadtschreiber/der Stadtschreiberin bei der Arbeit gelegentlich über die Schulter schauen dürfen. Ja, Kleinstädter sind nun einmal neugierig…
Wie wir sonst noch so ticken, kannst du ab April dann höchstselbst heraus- oder erfinden.

 

Du bist:

Mindestens 18 Jahre alt und hast Lust und Zeit, von Ende April bis Mitte Juni 2019 zum Wahl-Haller, zur Wahl-Hallerin zu werden und dem Kleinstadtgeflüster, den Alltagsgeschichten, Geheimnissen, Untiefen und Fantasmen der Salzstadt in literarischer Form nachzuspüren.
Im Fokus deiner Texte sollen dabei die Kleinstadt Hall, das Kulturlabor Stromboli und das Jubiläumsprojekt „#kon.serviert“ stehen, das sich in künstlerischer Form mit den Begriffen Konservatismus, konservativ und konserviert beschäftigt und sowohl auf reaktionäre politische Tendenzen als auch auf allgemeine gesellschaftliche Phänomene Bezug nimmt.


Wir suchen:

Einen Schreiber, eine Schreiberin aus dem deutschsprachigen Raum, der/die offen für Interaktion ist, gleichermaßen kreativ und neugierig ist und sich bereit erklärt, Einblicke in sein/ihr – auch noch unfertiges – schreiberisches Schaffen (z.B. in Form von Lesungen o.ä.) zu gewähren.
Wichtig ist uns also vor allem die Bereitschaft zum Austausch zwischen Stadtschreiberin/Stadtschreiber, Hall und dem Stromboli. In welcher Form dieser stattfindet, ist offen – wir freuen uns über Ideen der Stadtschreiberin, des Stadtschreibers dazu.
Einheimischen-Bonus gibt‘s keinen, im Gegenteil: Der Blick von außen ist uns wichtig, Tiroler Literat/innen sind daher von der Teilnahme ausgeschlossen.
Literarische Grenzen kennen wir nicht: Alle Textformen sind erlaubt.


Wir bieten:

Eine Unterstützung in der Höhe von 1500 Euro, eine kostenlose Unterkunft, die Erstattung der Reisespesen sowie die Möglichkeit, konzentriert an eigenen Texten zu arbeiten sowie gleichzeitig eine Kleinstadt und einen Kulturvulkan zu erforschen.


Kriterien:

Mindestens drei Publikationen in Literaturzeitschriften bzw. Anthologien oder eine selbstständige, nicht im Eigenverlag erschienene literarische Publikation.


Einzureichen sind:

Deine Biographie, eine Textprobe aus dem bisherigen literarischen Schaffen (veröffentlicht oder unveröffentlicht, maximal 5 A4-Seiten) sowie ein mitreißendes Kurzkonzept, in dem du uns ein paar Ideen für deine Stadtschreiber/innen-Tätigkeit schilderst (maximal 1 A4-Seite).
Einreichungen ausschließlich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Betreff: StadtschreiberIn Stromboli)


Zeitplan:

Einreichschluss für das Stipendium ist der 17. Februar 2019. Eine vierköpfige Jury trifft die Auswahl dann bis Mitte März.
Projektzeitraum: 26. April bis 7. Juni 2019

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