Wir sind eine selbstständige Behörde und unterliegen selbstverständlich der Aufsicht des Rechnungshofes. Das betrifft unsere finanzielle Gebarung. Aber worin unsere eigentliche Tätigkeit besteht, darin sind wir selbstverständlich selbstständig.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

Die sind g’scheiter als wir. Die Gorillas sitzen auf ihren Lichtungen im Regenwald, fressen den wilden Knofel, furzen vor sich hin bis’ aufsteigen wie Fesselballons und warten im Grunde bis’ aussterben.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Osterreich ein Warietee“, 2009.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 
Jazz

In einem Lokal, das, vom Ambiente, ein Jazzclub hätte sein können, düster, verraucht, in rot und schwarz gehalten, kündigte der Conferencier den Vortrag eines „frühen Jandl“ an, und ein Tenor sang zu verfremdeter Renaissancemusik: „Wo das Land am schönsten wacht / und wo die Landschaft sich verflacht, / dort wohnt der Mittelbare.“ Applaus.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

 

Mich interessiert der Durchschnitt, das ist das Interessante.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Neuner Fußpflege, Krippgasse

 

 

Zur eigentlichen Bedeutung des Wortes „das Ekel“ gehört jedoch, dass dieses:

    seinen Mitmenschen dauernd auf die Nerven geht

    in der Weise, wie das geschieht, das Vorhandensein von Gesetzmäßigkeit, typischen Merkmalen, Regeln, kausalen Zusammenhängen, kurzum die mehr oder weniger bewußt vollzogene Anwendung eines persönlichen Systems mit eigener Logik und Ideologie erkennen lässt.

 

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Wohnhaus Otto Grünmandl, Krippgasse 12

 

 

Für mich ist Schmäh überhaupt erst dann Schmäh, wenn man sich selber nicht davon ausnimmt. Dass man selber auch Opfer ist, dass man sich selber auch Watschen gibt, ist eine Grundvoraussetzung für den Schmäh, den ich mache.

Lukas Resetarits, Zitat aus dem Klappentext der DVD „Zu bunt“, Hoanzl 2008.
Wohnhaus Otto Grünmandl, Krippgasse 12

 

...

PAPA (seufzt): Verspekuliert, soso... Schade drum... Aber, naja... Das ist höhere Gewalt, da kann man nichts machen... Also dann... Auf Wiedersehen, Kinder!...

Antonio Fian: Bordspiele, in: DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.10.2010.
Auslage Studio Joana Maria Pisanska / Foto Engel , Krippgasse 10

 

 

Der Gebirgler, besonders der im alpenländischen Raum, ist einerseits dafür bekannt, wortkarg und zurückhaltend zu sein, andererseits aber auch dafür, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Tourismusverband Hall, Wallpachgasse 5

 

 

Heute lernt man auch in den alpinen Gebieten Russisch, weil wenn man die Sprache kann ist’s Arschkräulen a a bissl leichter.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Osterreich ein Warietee“, 2009.
Lampe Reisen, Oberer Stadtplatz 2

 

 

Uns hat man immer gesagt, Aspirin ist Gift, und deshalb habe ich auch nie Schlaftabletten genommen, aber heut würde ich sogar die Pille nehmen, schließlich will sich ja niemand selbst vergiften.
Otto Grünmandl: Der Vogel des Prometheus. In: Otto Grünmandl: Robinson, Freitag und das Krokodil, Satiren, Langen-Müller 1986.
Stadtapotheke Hall, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Wissen Sie, früher habe ich immer eine direkt japanische Angst vor einer nuklearen Auseinandersetzung gehabt, aber jetzt bin ich vollkommen beruhigt. Ich habe dort gelernt, man kann auch eine nukleare Auseinandersetzung tadellos überleben, wenn man vorsorgt, wenn man zivilschutzmäßig ausgebildet ist.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „I oder I“, 1985
Stadtapotheke Hall, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Wirtschaftsfaktor Mensch: Es gibt G’scheitere, es gibt Blödere, es gibt Wertvolle, und es gibt Leut, die – sagen wir – arm, alt, krank und schiach und deppert san: wertlose Menschen.

Lukas Resetarits: Wirtschaftsfaktor Mensch. In: Ulrike Leitner (Hg.): Tausche Witze Gegen Geld. Höhepunkte des neuen österreichischen Kabaretts, Amalthea 2010.
Stubenhaus Hall, Oberer Stadtplatz 8

 

 

 

 

 
Jagd

Ich nahm an einer Jagd teil, unwillig, offenbar war ich einer Einladung gefolgt, die ich nicht abzulehnen gewagt hatte. Es war eine noble Gesellschaft, in der ich mich da befand, und umso lauter musste ich lachen, als einer der neben mir gehenden Jäger mit besonders teuren REEBOK-Schuhen prahlte.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
Auslage Vettori Mode, Oberer Stadtplatz/Schlossergasse

 

 

Ein Haar-Riß, das ist ja nicht so, dass ich mir deswegen ein Haar ausreiße...

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Friseur Happ, Arbesgasse 4

 

... es kommt irgendwie ein menschlicher Zug in einen Polster hinein, wenn man ihn als Stütze sieht, und nicht als Polster, nicht wahr, daß er einem Halt gibt und nicht nur ein Faulbett ist.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Amina Modeboutique, Schlossergasse 6

 

Alle mit Scheiß... zusammengesetzten Wörter sind derzeit noch Schimpfwörter. Infolge der Häufigkeit dieser Wortbildung ist anzunehmen, daß sie sich mit der Zeit abschleift, ihren drastischen, bildhaften Charakter verliert, damit auch ihre Eignung als Schimpfwort, und sich vermutlich als eine die ursprüngliche Bedeutung des sinngebenden Wortteiles verstärkende Form wiederfindet. Mit anderen Worte: Scheiß als Präfix in der Funktion von „sehr“.)

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Guarinoni-Haus, Milserstraße

 

Die freie Marktwirtschaft ist so weit fortgeschritten, dass es unheimlich viele Sachen umsonst gibt.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Rückspiegel. Highlights aus seinen Programmen“, 2009.

Garber Lebensmittel, Rosengasse 13

 

 

Was ein Problem ist, ist, dass die Luft dem Markt noch nicht überantwortet ist.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Nachspielzeit“, 2004.
Balsam-Naturkosmetik, Rosengasse 7

 

 

Nur, lassen Sie mich das sagen, werte Flasche, bevor ich mir das letzte Gläschen aus Ihnen einschenke, das alles hätte nicht ausgereicht, mich in Bewegung zu setzen, wenn da nicht, verstehen Sie, meine liebe, alte, leer gesoffene Bouteille, wenn da nicht plötzlich dieser unwiderstehliche innere Motor wieder über mich gekommen wäre und mich vorwärts getrieben hätte.

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Auslage Vinothek Bruno Kropsch / Gutes aus der Natur, Eugenstraße 13


 

 

 

 

DISTANZ

 

(Bräuhaus. Zwei Mitglieder der Freiheitlichen Partei Österreichs miteinander im Gespräch)
 

DER ERSTE (legt die Zeitung weg, in der er gerade gelesen hat): Also, ich weiß nicht ... Einer nach dem anderen von uns distanziert sich jetzt von den Nazis ...Als ob wir das nötig hätten!

 

DER ZWEITE: Darum geht es nicht. Das Problem ist, dass es viel zu spät kommt. Ich habe mich schon vor Jahrzehnten distanziert.

 

DER ERSTE: Du? Grad von dir hätt’ ich das nicht erwartet.

 

DER ZWEITE: Doch. Von allem. Judenverfolgung, Gaskammern, Massenvernichtung. Für mich ist das inzwischen so weit weg, als hätt’s es nie gegeben.

 

(Vorhang)

 

Antonio Fian: Man kann nicht alles wissen, Dramolette V, Literaturverlag Droschl 2011.
Grünmandl Haus Salvatorgasse / ehemaliges Textilwarengeschäft

 

 

Vielleicht stimmt die uralte Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies?

 

Otto Grünmandl: Durchdringungen. In: Otto Grünmandl: Hinter den Jahren, herausgegeben von Martin Sailer, Haymon-Verlag 2000.
Haus 5 Galerie St. Barbara / Raiffeisenplatz (Bundesstraße)

 

 

Lektüre

Ich las, Seite für Seite für Seite, einen Kriminalroman mit dem Titel „Stromausfall in der Städtischen Bücherei“. Langweilig.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
Buchhandlung Riepenhausen, Langer Graben 1

 

 

Ja. Wissen Sie, ich bin ein ausgesprochener Erotiker und das hat mir so gut gefallen bei den Damen, wenn da so vollbusige Damen Schnur gesprungen sind und das ist alles so auf- und abgegangen: Das war phantastisch!

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Fitnesscenter Point, Saline 20

 

 

Treue lohnt sich immer. Hätte ich meinem Schiff nicht die Treue gehalten, könnte ich es jetzt nicht ausbeuten.

 

In: Otto Grünmandl: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.
Weltladen Hall, Pfarrplatz 1

 

 

Wenn man politisch heute etwas erreichen möchte, kommt man nicht ums Kleinformat herum.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Rückspiegel. Highlights aus seinen Programmen“, 2009.
Konditorei Weiler, Oberer Stadtplatz 2

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