Hier ists so wie anderswo

OTTO GRÜNMANDLS ZIMMERTHEATER 2015

Eine Kooperation von Kulturlabor Stromboli und Brenner-Archiv/Literaturhaus am Inn

Oktober – Dezember 2015, Hall/Innsbruck

 

 

 

GEDANKENSPIELE ZUM NACHLESEN

  1. Quellen- und Ortsangabe der für die Aktion im öffentlichen Raum in Hall und im Literaturhaus

  2. am Inn in Innsbruck verwendeten Grünmandl-Zitate.

  3. 1.Oktober bis 4. Dezember 2015

 

 

Who is who? … I bin I / Du bist Du / Sie ist Sie / Er ist Er / Es ist Es / Wer ist Wer / Am dam des … (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus)

Ort: Literaturhaus am Inn Innsbruck, Kulturlabor Stromboli Hall

 

 

Apropos Parolen: Ich hoffe sehr, sie bleiben mir / auch weiterhin gestohlen / Parolen sind mir einerlei / Ich bin ein wilder Papagei (aus: Zu den Programmen. Der Einmannstammtisch und andere Produkte. Typoskript. Nachlass Otto Grünmandl. Sign. 228.37.03.08)

Ort: Literaturhaus am Inn Innsbruck, Buchhandlung Riepenhausen Hall

 

 

Korruption heißt Korruption. […] Korruption heißt Korruption, ob das jetzt Korruption in der Wirtschaft ist, in der Politik oder im Argumentieren. Korruption ist Korruption ist Korruption. (aus: Ein Fußbad im Schwarzen Meer)

Ort: Kulturlabor Stromboli Hall

 

 

Mein schönstes Erleben in den Alpen hab ich in den Anden in Südamerika gehabt

(aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Weltladen Hall, Pfarrplatz 1

 

 

[…] weil das Publikum soll während der Dauer der Aufführung unter sich bleiben, dann kann es sich richtig zerstreuen, indem es auseinandergeht. (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus)

Ort: Kulturlabor Stromboli Hall

 

 

Obwohl ich eine Ausnahme bin / zumindest mir gegenüber / weil ich kenn mich ja schon lange / Wir sind sozusagen alte Freunde. (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus)

Ort: Wohnhaus Otto Grünmandl, Krippgasse Hall

 

 

 

Ich bin in die freie Wirtschaft gegangen und habe die Wirtschaft hier angefangen. (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus)

Ort: ehem. Hansatongeschäft Krippgasse, neben Schönwetter-Café

 

 

Glauben Sie ja nicht, daß ein Komiker immer aus der Politik kommen muß. Ich komme aus der Wirtschaft. (aus: Ich heiße nicht Oblomow)

Ort: ehem. Hansatongeschäft Krippgasse Hall, neben Schönwetter Café

 

 

... es gibt kein endloses Loch, darüber müssen wir uns im Klaren sein.

(aus: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984)

Ort: Fußpflege Neuner, Krippgasse Hall

 

 

die volkswirtschaftliche Bedeutung der Konsumgüter liegt ja nicht darin, daß sie g'waschen werden, sondern darin, daß sie verbraucht werden.

(aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Guarinonihaus Hall, Schulgasse/Ecke Milserstraße

 

 

Aber Mittwoch bleibt, der ist immer zwischen Dienstag und Donnerstag. Das bleibt gleich.

(aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Volksschule am Stiftsplatz Hall

 

 

Man beobachtet Butterberge auch zum Beispiel in Dänemark, wo es sonst keine Berge gibt, aber Butterberge … (aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Kur- und Stadtapotheke Hall, Oberer Stadtplatz

 

 

Da ist derzeit die Frage, ist der Kater ein Sommerkater oder ein Winterkater. (aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Hundeladen Hall, Schlossergasse 6

 

 

Beruf – Urlaub, Urlauber sein heißt nicht, einem Beruf nachgehen, sondern einer Berufung folgen, einer inneren Berufung. (aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Lampe Reisen, Oberer Stadtplatz

 

 

und bei der Milch gibt’s eben keine Weinflecken.

(aus: Berge denken anders, Europaverlag 1973)

Ort: Café im Zeindlhaus, Agramsgasse 5

 

 

 


Heutzutage essen alle so, als müssten sie eine Arbeit damit verrichten.

(aus: Pizarrini, Roman, Kyrene 2008)

Ort: Konditorei Weiler, Oberer Stadtplatz

 

 

Früher war überhaupt alles ganz anders
Heute ist alles ganz anders
nacktes Weib
Reklame

 

(aus: Pizarrini, Roman, Kyrene 2008)

Ort: Büro im Laden, Arbesgasse 13, Hall

 

 

Fortschritt wem Fortschritt gebührt oder jeder macht sich die Mühe, die er verdient (aus: Zu den Programmen. Der Einmannstammtisch und andere Produkte. Typoskript. Nachlass Otto Grünmandl. Sign. 228.37.03.08)

Ort: Optik Spanring, Arbesgasse 5, Hall

 

 

Krawattenträger sind Masochisten. Das geht schon daraus hervor, daß die Krawatte immer wieder als Selbstbinder bezeichnet wird.

(aus: Zu den Programmen. Der Einmannstammtisch und andere Produkte. Typoskript. Nachlass Otto Grünmandl. Sign. 228.37.03.08)

Ort: Raiffeisenbank Hall, Filiale Unterer Stadtplatz

 

 

Ich verstehe nicht, dass sich die Leute so etwas gefallen lassen. Da müßte sich doch das Volk zusammentun und wie ein Mann geschlossen aufstehen. (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus); Ort: Schulgasse

 

 

[…] in der Politik ist alles möglich / andererseits / eine Frage des Geldes / und / ob man in Stimmung ist […]. (aus: Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus)

Ort: Wurstkultur, Oberer Stadtplatz

 

 

Weil ich mich auch als pensionierter Komiker im wirtschaftlichen Wachstumsprozeß der Nation noch voll inkorporiert betrachte […]. (aus: Ich heiße nicht Oblomow)

Ort: Grünmandl-Haus Salvatorgasse

 

 

Denn die Volksseele ist ein Schnellkochtopf, den man kennen muß, will man eine Wählerinitiative zum Sieden bringen. (aus: Ich heiße nicht Oblomow)

Ort: ehem. Obst-/Gemüseladen Wolf, Oberer Stadtplatz, Hall

 

 

Wir schmieren uns alle Senf ins Maul

und flöten

oh wie süß ist der Honig

 

(aus: Hinter den Jahren, Haymon, 2000)

Ort: Garber Lebensmittel, Rosengasse

 

Textauswahl: Ulrike Tanzer, Erika Wimmer, Julia Mumelter, Brigitte Mumelter, Florian Grünmandl

Gestaltung: Brigitte Mumelter

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X-Fade - Krippgasse

 

sind schallplattenkratzer rauschen oder information

 

Martin Fritz, intrinsische süßigkeit, Lyrik, Berger Verlag 2013.

Amina Moden - Schlossergasse

 

...aber von irgendwelchen Idealvorstellungen darf man bei einem Krawattenknoten nicht ausgehen.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Hundeladen - Schlossergasse

 

diskussion darüber was wünschenswerter wäre

wenn menschen ein fell hätten oder einen schweif

 

Martin Fritz, intrinsische süßigkeit, Lyrik, Berger Verlag 2013.

 

Weltladen - Pfarrplatz

 

Freilich um die Frage, wer da wen ausbeutet komme ich auch als Selbstausbeuter nicht herum.

 

Otto Grünmandl, Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren. Langen Müller, 1986.

 

Garber Lebensmittel - Rosengasse

 

Worin besteht meine Tätigkeit? Sehen Sie, ich bin so beschäftigt, dass ich mir darüber eigentlich noch keine Gedanken gemacht habe.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Kulturlabor Stromboli - Krippgasse

 


Sogar ein Konkurs lässt sich buchen.

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

du hast dirs auch leichter vorgestellt, oder?

Franz-Xaver Franz

 

Katheder sind gut, Klistiere sind besser. Der Volkskörper muss gereinigt werden, blitzblank sauber sei der Volksarsch.

Fritz Ostermayer

 

Die Biere im Magen wollen wieder eins mit dem mütterlichen Fassbier werden, zurück zur ursprünglichen Einheit.

Martin Fritz

 

Brentel - Schlossergasse

 

Ich glaube nicht, dass der Heilige Abend jemals verloren gehen kann.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Raika Untere Stadt

 

Das ist nicht die Funktion des Polsters, daß er weich ist, nicht wahr. Das ist ja etwas, was wir sehr inspiziert haben und wo wir auch eine gewisse volksaufklärende Tätigkeit entfaltet haben, denn das ist ein weitverbreiteter Irrtum, daß der Polster weich sein soll.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Stadtapotheke – Oberer Stadtplatz

 

mir ist zwar oft schwindlig, wenn ich nüchtern bin, aber sonst gehts.

Franz-Xaver Franz

 

Wären alle Menschen siamesische Zwillinge und am Kopf zusammengewachsen, dann würde die Hutindustrie aber blöd schauen.

Fritz Ostermayer

 

Guarinoni Haus – Milserstraße

 

101 Listen. #23: Die schönsten Heiratsverbote
Sie können hier nicht heiraten!
Hören Sie sofort auf, mich zu heiraten!
Lassen Sie mal das Rumgeheirate hier!
Jetzt hätte ich beinahe vergessen Sie noch zu heiraten.
Nein danke, ich habe heute schon geheiratet.
Schluss jetzt, sonst wird geheiratet!
Aber sowas darf man heutzutage ja nicht mehr heiraten!
Immer mit der Ruhe. Wer wird denn gleich heiraten!

 

Franz-Xaver Franz

 

Stubenhaus Oberer Stadtplatz

 

Was die possessive Seite des Verhältnisses zwischen Staat und Staatsbürger angeht, sei kurz auf die Tatsache hingewiesen, daß es Staaten gibt, die ihre Staatsbürger ausbürgern können, jedoch keine Personen, die sich selbst einem Staat einbürgern können.

 

Otto Grünmandl, Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

 

Riepenhausen – Langer Graben

 

Wie ein Vollidiot von Null auf Hundert! Eben noch Peter Alexander, plötzlich Klaus Kinski: so ist das Banjo!

 

Fritz Ostermayer

 

 

 

Fußpflege Neuner - Krippgasse

 

Frühaufsteher wird man nicht, als Frühaufsteher wird man geboren.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Grünmandl Haus Salvatorgasse

 

wir schauen immer nur in bildschirme

es sind nur immer andere

 

Martin Fritz, intrinsische süßigkeit, Lyrik, Berger Verlag 2013.

 

Konditorei Weiler – Oberer Stadtplatz

 

Der Engländer mit seinem Hang zur Kürze sagt nämlich nicht Italien. Der Engländer sagt Italy.

 

Otto Grünmandl, Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

 

Optik Spanring - Arbesgasse


Man darf das nicht verwechseln: Ordnung und Ordnung-Halten sind zweierlei.

 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

Ehem. Trafik Wacker / Calimero – Oberer Stadtplatz

 

es wird alles wieder so schnell schwierig gewesen sein, und ich bin so froh, dass ich nun endlich wieder schwierigkeiten haben kann.

 

Franz-Xaver Franz

 

Arbesgasse

 

Männer sollten endlich lernen, ihre niederen Instinkte an der Harfe auszutoben.

 

Fritz Ostermayer

 

Früher war überhaupt alles ganz anders
Heute ist alles ganz anders
nacktes Weib
Reklame

 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

Volksschule am Stiftsplatz

 

... es gibt kein endloses Loch, darüber müssen wir uns im Klaren sein.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

Kulturlabor Stromboli – Innenraum

 

das herz ist eine einsame jägerin

 

Martin Fritz, intrinsische süßigkeit, Lyrik, Berger Verlag 2013.

 

 

101 Listen. #26: Die dümmsten Beatles aller Zeiten
4. John Lennon
3. Paul McCartney
2. Ravi Shankar
1. Ringo Starr

 

Franz-Xaver Franz

Man fickt die Braut nicht in der Hochzeitsnacht. Es sei denn, man ist der Bräutigam.

 

Fritz Ostermayer

Ein zivilisierter Mensch frißt nicht, er speist.

 

Otto Grünmandl, Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren. Langen Müller, 1986.

 

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X-fade, Krippgasse

 

2. Aug. 1914. Bis jetzt ist der Krieg ganz lustig.

 

Walter Klier, Leutnant Pepi zieht in den Krieg, Roman, Limbus Verlag 2012.

Brentel, Schlossergasse

 

An Heimat gewöhnt man sich eben so lange, bis man sie, wenn schon nicht liebgewonnen hat, so doch auch nicht mehr lassen kann.

 

Walter Klier, Meine steinige Heimat. Klettergeschichten aus Tirol, Tyrolia 2012.

 

 

Kur- und Stadtapotheke, Oberer Stadtplatz

 

«Alles, was wir gelernt haben, war falsch.»

 

Luciana Glaser (alias Walter Klier): Winterende, Zsolnay 1990.

 

 

Es ist erstaunlich, dass ein Mensch am Abend so endet, wie er am Morgen angefangen hat.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Guarinoni Haus, Milserstraße

 

Im Anfang war das Waldsterben. Da hieß es, so um 1985: Bis in zehn Jahren wird auf der Nordkette kein einziger Baum mehr stehen. Einige Zeit später war dann der Hitzetod der Erde auf der Tagesordnung. 2003 hieß es: Bis in zehn Jahren werden wir Winter ohne Schnee haben. Bisher haben wir es noch nicht einmal zu schneefreien Sommern gebracht.

 

Walter Klier, Wovor wir uns gerne fürchten, 2011.

 

 

 

Garber Lebensmittel, Rosengasse

 

Der Mensch ist seinem Wesen nach halber Nomade. Gern fühlt er sich irgendwo zuhaus; doch bald muss er weiter. Gern kehrt er dorthin zurück, wo er schon einmal war. Es ist ein ewiges Hin und Her. Am Ende, wenn ihm die Luft ausgeht und er nicht mehr kreuchen kann, wandert er durch seine Erinnerungen, soweit noch vorhanden.

 

Walter Klier, Von der Aneignung der Berge, 2011, in: Wolfgang Scheppe (Hrsg.), Sight-Seeing, Hatje Cantz, Ostfildern 2011.

 

 

Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse

 

Unter uns gesagt, auch ich würde mir gern, wenn ich einmal groß bin und viel Geld habe, einen Gipfel kaufen. Es muss nicht gleich die Serles sein, aber so einen kleinen, feinen aus der geliebten Bergheimat, etwa den Kalkkögeln. Ich denke da an ein Türmchen gleich neben der Riepenwand. Bei der schlechten Felsbeschaffenheit dieser Gebirgsgruppe kann das nicht so furchtbar teuer werden. Und ich würde mich vertraglich verpflichten, einen bescheidenen, würdigen Namen für meinen Gipfel auszusuchen. «Walter-Klier-Turm», zum Beispiel, hätte keinen schlechten Klang.
 

Walter Klier, Berg zu kaufen gesucht, 2011.

 

 

In diesem Land wird kein Mensch gezwungen eine Minderheit zu sein. Jeder hat das Recht, sich öffentlich zur Mehrheit zu bekennen.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Im immerwährenden Kampf ums Dasein ist die Reklame zum Hauptkampfmittel, zur Hauptwaffe geworden.

 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

 

Firseur Happ, Arbesgasse

 

Ich zähle so viele Jahre, wie seit meiner Geburt vergangen sind. Ich zähle nicht so viele Jahre, wie mir seither geschehen sind, geschweige denn so viele, wie seither allgemein geschehen sind. Es können mehr sein, vielleicht auch weniger.

 

Otto Grünmandl, Der Vogel des Prometheus, in: Robinson, Freitag und das Krokodil: Satiren; Langen Müller, 1986.

 

Hermann’s Café, Eugenstraße

 

Zeit plus Zeit ist mehr Zeit –

Brot plus Zeit ist Brotzeit –

Zeit mal Zeit ist Mahlzeit.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

der Knödel ist im Vergleich zu den übrigen Suppeneinlagen von enormer Größe.

 

Otto Grünmandl, Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

 

 

Salzlager Hall, Fensterfront zu Innbrücke

 

Man hofft immer mehr zu bekommen, als man bezahlt hat.

 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.


 

Raiffeisenbank Untere Stadt

 

Selbst Unordnung läßt sich in Ordnung halten.

 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.
 

 

Amina Moden, Schlossergasse


„...Allein die eine Forderung, den Geschmack der Zeit ins Schwarze zu treffen, ist unerfüllbar, da es den Geschmack der Zeit nicht mehr gibt...“
 

Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

 

Grünmandl Geschäfts Haus, Salvatorgasse


„...ich verkaufe Socken, Strümpfe, Bettvorleger und andere Textilien, aber keine Prinzipien...“


Otto Grünmandl, Pizarrini, Roman, Kyrene 2008.

 

Weltladen Hall, Pfarrplatz

 

Ein Paradies ist immer dann, wenn einer da ist, der wo aufpasst, dass keiner reinkommt.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Stubenhaus, Oberer Stadtplatz

 

Ich brauche keine Opposition, weil ich bin bereits ein Demokrat.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Konditorei Weiler, Oberer Stadtplatz

 

Wir haben keinerlei Meinung, aber die dürfen wir überall und frei äußern.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Ehemalige Trafik Oberer Stadtplatz

 

Eine Wirtschaft, die nicht geschmiert wird, läuft doch heiß.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Lampe Reisen, Oberer Stadtplatz

 

Wir haben heuer mal eine Weltreise gemacht. Aber ich sags Ihnen gleich, wie es ist: Da fahren wir nimmer hin.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Buchhandlung Riepenhausen, Langer Graben

 

Unsicherheit – das ist eine Bank, auf die kann ich mich verlassen.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

 

Neuner Fußpflege, Krippgasse

 

Eine Hand wäscht die andere –

damit beide sauber sind.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Optik Spanring, Arbesgasse

 

An der Wiedergeburt muss was dran sein, deswegen ham mir wahrscheinlich diese Überbevölkerung.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

 

 

Wallpachgasse, 2 Transparente (ab 5.11.)

 

Zu zweit allein ist nicht dasselbe wie allein zu zweit.

 

Otto Grünmandl, Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren. Langen Müller, 1986.

 

 

Ist das Leben auf eine ganz gewöhnliche Weise nicht noch viel phantastischer als unsere Träume?

 

Otto Grünmandl, Es leuchtet die Ferne. Ein satirischer Reisebericht, Ullstein 1997.

 

 

Grünmandl Haus, Krippgasse

 

Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus.

 

Otto Grünmandl

 

 

Restaurant Geisterburg, Stadtgraben

 

Ich sage Ihnen, wenn in einem Backhendl oder Wiener Schnitzel eine Fischgräte drin ist, dann stimmt etwas nicht.

 

Gerhard Polt, Ich sag nix. Die 40 besten Sprüche von Gerhard Polt, Set mit 40 Postkarten, Kein & Aber, 2012.

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Wir sind eine selbstständige Behörde und unterliegen selbstverständlich der Aufsicht des Rechnungshofes. Das betrifft unsere finanzielle Gebarung. Aber worin unsere eigentliche Tätigkeit besteht, darin sind wir selbstverständlich selbstständig.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

Die sind g’scheiter als wir. Die Gorillas sitzen auf ihren Lichtungen im Regenwald, fressen den wilden Knofel, furzen vor sich hin bis’ aufsteigen wie Fesselballons und warten im Grunde bis’ aussterben.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Osterreich ein Warietee“, 2009.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 
Jazz

In einem Lokal, das, vom Ambiente, ein Jazzclub hätte sein können, düster, verraucht, in rot und schwarz gehalten, kündigte der Conferencier den Vortrag eines „frühen Jandl“ an, und ein Tenor sang zu verfremdeter Renaissancemusik: „Wo das Land am schönsten wacht / und wo die Landschaft sich verflacht, / dort wohnt der Mittelbare.“ Applaus.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
 Fensterfront Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

 

Mich interessiert der Durchschnitt, das ist das Interessante.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Neuner Fußpflege, Krippgasse

 

 

Zur eigentlichen Bedeutung des Wortes „das Ekel“ gehört jedoch, dass dieses:

    seinen Mitmenschen dauernd auf die Nerven geht

    in der Weise, wie das geschieht, das Vorhandensein von Gesetzmäßigkeit, typischen Merkmalen, Regeln, kausalen Zusammenhängen, kurzum die mehr oder weniger bewußt vollzogene Anwendung eines persönlichen Systems mit eigener Logik und Ideologie erkennen lässt.

 

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Wohnhaus Otto Grünmandl, Krippgasse 12

 

 

Für mich ist Schmäh überhaupt erst dann Schmäh, wenn man sich selber nicht davon ausnimmt. Dass man selber auch Opfer ist, dass man sich selber auch Watschen gibt, ist eine Grundvoraussetzung für den Schmäh, den ich mache.

Lukas Resetarits, Zitat aus dem Klappentext der DVD „Zu bunt“, Hoanzl 2008.
Wohnhaus Otto Grünmandl, Krippgasse 12

 

...

PAPA (seufzt): Verspekuliert, soso... Schade drum... Aber, naja... Das ist höhere Gewalt, da kann man nichts machen... Also dann... Auf Wiedersehen, Kinder!...

Antonio Fian: Bordspiele, in: DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.10.2010.
Auslage Studio Joana Maria Pisanska / Foto Engel , Krippgasse 10

 

 

Der Gebirgler, besonders der im alpenländischen Raum, ist einerseits dafür bekannt, wortkarg und zurückhaltend zu sein, andererseits aber auch dafür, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Tourismusverband Hall, Wallpachgasse 5

 

 

Heute lernt man auch in den alpinen Gebieten Russisch, weil wenn man die Sprache kann ist’s Arschkräulen a a bissl leichter.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Osterreich ein Warietee“, 2009.
Lampe Reisen, Oberer Stadtplatz 2

 

 

Uns hat man immer gesagt, Aspirin ist Gift, und deshalb habe ich auch nie Schlaftabletten genommen, aber heut würde ich sogar die Pille nehmen, schließlich will sich ja niemand selbst vergiften.
Otto Grünmandl: Der Vogel des Prometheus. In: Otto Grünmandl: Robinson, Freitag und das Krokodil, Satiren, Langen-Müller 1986.
Stadtapotheke Hall, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Wissen Sie, früher habe ich immer eine direkt japanische Angst vor einer nuklearen Auseinandersetzung gehabt, aber jetzt bin ich vollkommen beruhigt. Ich habe dort gelernt, man kann auch eine nukleare Auseinandersetzung tadellos überleben, wenn man vorsorgt, wenn man zivilschutzmäßig ausgebildet ist.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „I oder I“, 1985
Stadtapotheke Hall, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Wirtschaftsfaktor Mensch: Es gibt G’scheitere, es gibt Blödere, es gibt Wertvolle, und es gibt Leut, die – sagen wir – arm, alt, krank und schiach und deppert san: wertlose Menschen.

Lukas Resetarits: Wirtschaftsfaktor Mensch. In: Ulrike Leitner (Hg.): Tausche Witze Gegen Geld. Höhepunkte des neuen österreichischen Kabaretts, Amalthea 2010.
Stubenhaus Hall, Oberer Stadtplatz 8

 

 

 

 

 
Jagd

Ich nahm an einer Jagd teil, unwillig, offenbar war ich einer Einladung gefolgt, die ich nicht abzulehnen gewagt hatte. Es war eine noble Gesellschaft, in der ich mich da befand, und umso lauter musste ich lachen, als einer der neben mir gehenden Jäger mit besonders teuren REEBOK-Schuhen prahlte.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
Auslage Vettori Mode, Oberer Stadtplatz/Schlossergasse

 

 

Ein Haar-Riß, das ist ja nicht so, dass ich mir deswegen ein Haar ausreiße...

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Friseur Happ, Arbesgasse 4

 

... es kommt irgendwie ein menschlicher Zug in einen Polster hinein, wenn man ihn als Stütze sieht, und nicht als Polster, nicht wahr, daß er einem Halt gibt und nicht nur ein Faulbett ist.

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Auslage Amina Modeboutique, Schlossergasse 6

 

Alle mit Scheiß... zusammengesetzten Wörter sind derzeit noch Schimpfwörter. Infolge der Häufigkeit dieser Wortbildung ist anzunehmen, daß sie sich mit der Zeit abschleift, ihren drastischen, bildhaften Charakter verliert, damit auch ihre Eignung als Schimpfwort, und sich vermutlich als eine die ursprüngliche Bedeutung des sinngebenden Wortteiles verstärkende Form wiederfindet. Mit anderen Worte: Scheiß als Präfix in der Funktion von „sehr“.)

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Guarinoni-Haus, Milserstraße

 

Die freie Marktwirtschaft ist so weit fortgeschritten, dass es unheimlich viele Sachen umsonst gibt.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Rückspiegel. Highlights aus seinen Programmen“, 2009.

Garber Lebensmittel, Rosengasse 13

 

 

Was ein Problem ist, ist, dass die Luft dem Markt noch nicht überantwortet ist.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Nachspielzeit“, 2004.
Balsam-Naturkosmetik, Rosengasse 7

 

 

Nur, lassen Sie mich das sagen, werte Flasche, bevor ich mir das letzte Gläschen aus Ihnen einschenke, das alles hätte nicht ausgereicht, mich in Bewegung zu setzen, wenn da nicht, verstehen Sie, meine liebe, alte, leer gesoffene Bouteille, wenn da nicht plötzlich dieser unwiderstehliche innere Motor wieder über mich gekommen wäre und mich vorwärts getrieben hätte.

Otto Grünmandl: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.
Auslage Vinothek Bruno Kropsch / Gutes aus der Natur, Eugenstraße 13


 

 

 

 

DISTANZ

 

(Bräuhaus. Zwei Mitglieder der Freiheitlichen Partei Österreichs miteinander im Gespräch)
 

DER ERSTE (legt die Zeitung weg, in der er gerade gelesen hat): Also, ich weiß nicht ... Einer nach dem anderen von uns distanziert sich jetzt von den Nazis ...Als ob wir das nötig hätten!

 

DER ZWEITE: Darum geht es nicht. Das Problem ist, dass es viel zu spät kommt. Ich habe mich schon vor Jahrzehnten distanziert.

 

DER ERSTE: Du? Grad von dir hätt’ ich das nicht erwartet.

 

DER ZWEITE: Doch. Von allem. Judenverfolgung, Gaskammern, Massenvernichtung. Für mich ist das inzwischen so weit weg, als hätt’s es nie gegeben.

 

(Vorhang)

 

Antonio Fian: Man kann nicht alles wissen, Dramolette V, Literaturverlag Droschl 2011.
Grünmandl Haus Salvatorgasse / ehemaliges Textilwarengeschäft

 

 

Vielleicht stimmt die uralte Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies?

 

Otto Grünmandl: Durchdringungen. In: Otto Grünmandl: Hinter den Jahren, herausgegeben von Martin Sailer, Haymon-Verlag 2000.
Haus 5 Galerie St. Barbara / Raiffeisenplatz (Bundesstraße)

 

 

Lektüre

Ich las, Seite für Seite für Seite, einen Kriminalroman mit dem Titel „Stromausfall in der Städtischen Bücherei“. Langweilig.

Antonio Fian: Im Schlaf, Literaturverlag Droschl 2009.
Buchhandlung Riepenhausen, Langer Graben 1

 

 

Ja. Wissen Sie, ich bin ein ausgesprochener Erotiker und das hat mir so gut gefallen bei den Damen, wenn da so vollbusige Damen Schnur gesprungen sind und das ist alles so auf- und abgegangen: Das war phantastisch!

Otto Grünmandl: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.
Fitnesscenter Point, Saline 20

 

 

Treue lohnt sich immer. Hätte ich meinem Schiff nicht die Treue gehalten, könnte ich es jetzt nicht ausbeuten.

 

In: Otto Grünmandl: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.
Weltladen Hall, Pfarrplatz 1

 

 

Wenn man politisch heute etwas erreichen möchte, kommt man nicht ums Kleinformat herum.

Lukas Resetarits, aus dem Programm „Rückspiegel. Highlights aus seinen Programmen“, 2009.
Konditorei Weiler, Oberer Stadtplatz 2

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  Orte und Quellen der Aktion im öffentlichen Raum vom 10.9. bis 7.11. 2010

 

Manche Leute halten mich für ein Original, andere für einen Humoristen. Ich habe nicht vor, mir darüber den Kopf zu zerbrechen, denn solange ich meinen Lebenslauf habe, läßt sich über das, was ich bin oder nicht bin, ohnehin nichts Abschließendes sagen. Darum muß auch dieser Lebenslauf ein Torso bleiben.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Parkhotel Hall-Foyer, Thurnfeldgasse 1

 

Es ist ja ein Kanarienvogel nicht so schwindelfrei wie ein Adler, obwohl es auch ein Vogel ist, aber Vogel und Vogel ist eben doch ein Unterschied.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Stiftsgarten Hall, Parkbank

 

 

Höret was Erfahrung spricht:
Keine Rose ohne Dorn
und kein Schatten ohne Licht
und kein Hinten ohne Vorn.

 

Aus Otto Grünmandls „Zwei gesammelten Sinnsprüchen“ (Programmzugaben bei seinen Kabarettprogrammen).

Ort: Stiftsgarten Hall, Parkbank

 

 

Das Frühaufstehen ist gesünder. Und deshalb: Wer gesund lebt, lebt lang. Und wenn man früh aufsteht, dann lebt man länger, weil man gesünder lebt.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Stiftsgarten Hall, Parkbank

 

 

Ein  alpenländischer Brief, der nicht zur Förderung des alpenländischen Briefes beiträgt, ist kein alpenländischer Brief.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Postfiliale Hall, Krippgasse 7-9

 

 

Wenn man im Gebirge lebt und im Gebirge tätig ist, dann kann man nicht beides zugleich sein: am Gipfel und unten im Tal. Und man kann nicht zur gleichen Zeit früh aufstehen und früh schlafen gehen. Das heißt: man kanns schon, aber man kanns nicht zur gleichen Zeit.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Altstadt Galerie Hall, Schlossergasse 6

 

 

...Orangen, Zitronen oder Mandarinen, das sind also vielkernige Früchte, die haben wieder eine ganz andere Spuckbarkeit als die einkernigen Früchte etwa Kirschen und Pfirsiche. Der Pfirsichkern ist besonders schwer spuckbar, weil er sehr groß ist. Da ist es schon vorgekommen, dass er die Zähne mitgerissen hat,...

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Garber Lebensmittel, Rosengasse 13

 

 

Hunger und Sattsein können den Charakter und die Anschauungen eines Menschen zwar beeinflussen, aber sie sind keine angeborenen Wesensarten.

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Hörtnagl, Wallpachgasse 10

 

 

Der Antipode eines Asketen zum Beispiel ist ein Schlemmer. Ob es richtig ist, einen Hungernden als Antipoden eines Satten zu verstehen, kann hingegen bezweifelt werden und ist wohl nur in jenen Fällen zulässig, in denen der Hungernde seine Meinung als Hungernder gegenüber der des Satten als Satten geltend macht.

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Hörtnagl, Wallpachgasse 10

 

 

...es ist eben doch ein Unterschied zwischen einem lebfrischen jungen Tiroler und einer japanischen Dame mit Düsseldorfer Akzent, oder?

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Tourismusverband Region Hall Wattens, Wallpachgasse 5

 

 

 

Ein Platz in der Sonne ist ein Platz in der Sonne und ein Platz in der Sonne unter einem Sonnenschirm ist besser als ein Platz in der Sonne ohne Sonnenschirm...

 

Grünmandl, Otto: Strandläufer. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Lampe Reisen, Oberer Stadtplatz 2 (Auslage in Sparkassengasse).

 

 

...was aber in einem Menschen drinnen ist, lasse sich von außen nicht feststellen, das zeige sich erst, wenn es um die Wurst gehe, also ums Geld.

 

Grünmandl, Otto: Rechtfertigung eines Eremiten. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Raiffeisenbank Hall Untere Stadt, Raiffeisenplatz 1

 

 

Aber wenn man sich heute immer an das halten würde, was in Ordnung ist oder nicht in Ordnung ist, da kämen wir überhaupt nicht mehr weiter.

 

Grünmandl, Otto: Rechtfertigung eines Eremiten. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Raiffeisenbank Hall Zollstraße, Zollstraße 1

 

 

Wir haben auch in unserer Jugend lieber Leharmelodien gesungen und gepfiffen als den Untergang der Nibelungen von Richard Wagner. Obwohl damals der Hitler dem Wagner noch zur Ehre gereicht hat und ihn noch nicht so kompromittierte wie heute. Aber in der Politik weiß man ja nie, wie die Sachen ausgehen. Deshalb verstehe ich auch die Künstler, die sagen: mit Politik wollen wir nichts zu tun haben, uns geht es um die heilige Kunst. Oder? Sicher!

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

Das kann man heute nicht mehr. Überall reiben.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

Als Wappenadler bin ich eine Schildkröte und kann daher kein Schwein sein.

 

Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11

 

 

Der menschliche Bauch, selbst wenn es sich um das Exemplar ein und derselben Person handelt, bleibt sowohl seiner Form als auch seinem Inhalt nach nie ein und derselbe.

 

Grünmandl, Otto: Der Vogel des Prometheus. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Stadtapotheke, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Der Hals wird nicht zu den Extremitäten gerechnet, weil es ungeklärt ist, ob er vom Rumpf oder vom Kopf absteht.

 

Grünmandl, Otto: Der Vogel des Prometheus. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Stadtapotheke, Oberer Stadtplatz 5

 

 

Höret was Erfahrung spricht

Hier ists so wie anderswo

Nichts genaues weiß man nicht

Dieses aber ebenso

 

Aus Otto Grünmandls „Zwei gesammelten Sinnsprüchen“ (Programmzugaben bei seinen Kabarettprogrammen).

 

 

Es gibt heute kaum ein Haus, in dem nicht irgend eine Wand schief ist...

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Guarinoni Haus, Milserstraße

 

 

Der Kopf ist polsterbedürftig, sonst hätte der Mensch den Polster ja nie erfunden.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Brentel Kunst- und Bauschlosserei, Schlossergasse 13

 

 

Und das ist immer schön, wenn man bei einem geänderten Plan noch etwas von der ursprünglichen Fassung beibehalten kann.

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Grünmandl Wohnhaus, Krippgasse 12

 

 

Heute gibt es ja keine feinen Manieren mehr. Die alten sind verstaubt, und neue haben sich noch nicht gebildet.

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Konditorei Weiler, Oberer Stadtplatz 2

 

 

Was die possessive Seite des Verhältnisses zwischen Staat und Staatsbürger angeht, sei kurz auf die Tatsache hingewiesen, daß es Staaten gibt, die ihre Staatsbürger ausbürgern können, jedoch keine Personen, die sich selbst einem Staat einbürgern können.

 

Grünmandl, Otto: Es leuchtet die Ferne..., Ein satirischer Reisebericht, Langen Müller 1985.

Ort: Stubenhaus, Oberer Stadtplatz 8

 

 

Ja, mir kommt vor, der Durchschnitt ist irgendwie das allgemein Menschliche. Nicht? Es ist aber interessant, daß der Durchschnitt nie über einen gewissen Durchschnitt hinaus geht.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Foto Engel, Krippgasse 10

 

 

Ich stehe auf dem Standpunkt: man muß jedem die Freiheit lassen, bei stürmischer See ins offene Meer hinauszuschwimmen. Alles andere wäre Einmischung in die Privatsphäre, und das lehne ich ab.

 

Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. In: Grünmandl, Otto: Robinson, Freitag und das Krokodil. Satiren, Langen-Müller 1986.

Ort: Buchhandlung Riepenhausen, Langer Graben 1

 

 

Ich bin der einzige Augenauswischer im alpenländischen Raum.

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Optik Spanring, Arbesgasse 5

 

 

 

Die Füße sind ja irgendwie doch natürlicherweise der zuunterste Körperteil des Menschen

 

Grünmandl, Otto: Meinungsforschung im Gebirge, Europaverlag 1984.

Ort: Neuner Fußpflege, Krippgasse 24

 

 

Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus

 

Titel des Otto-Grünmandl-Soloprogramms von 1987.

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