#kon.serviert
23. Mai bis 2. Juni
Ein Projekt im Rahmen von tki Open 2019

30 Jahre Stromboli: Ein Blick zurück nach vorn

Wir schreiben das Jahr 1989. Die Mauer fällt. George Bush Senior bezieht das Weiße Haus. Der Teichrohrsänger wird Vogel des Jahres. Thomas Forstner, David Hasselhoff und Milli Vanilli liefern nacheinander Nummer-Eins-Hits für die Austro-Charts. Udo Proksch wird festgenommen. Die Exxon Valdez fährt vor Alaska auf ein Riff und verliert 40.000 Tonnen Rohöl. „Otto – Der Außerfriesische“ kommt ins Kino. Und in Hall werden die Grundsteine für einen Vulkan gelegt. Für einen Kulturvulkan, der bis heute brodelt.
Mittendrin in diesem bewegten Jahr, eingebettet in dieser Phase des gesellschaftspolitischen Umbruchs, traut sich am 10. Juni 1989 eine Gruppe junger Menschen, die bisweilen recht verschlafene Kleinstatdt Hall aus ihrem Nickerchen zu wecken: Es rumpelt und ruckelt gewaltig, als das Altstadtpflaster bei einem legendären Stadtfest unter dem Motto „Raus aus der Konserve“ in ein Kulturparkett verwandelt wird, das gleichzeitig die Geburtsstunde des Kulturlabors Stromboli markiert. Damals wie heute ist das Haus, das für viele HallerInnen (und auch etliche NichthallerInnen) zu einem zweiten Zuhause geworden ist, gierig nach zeitkulturellen und unkonventionellen Inhalten. Das Stromboli steht vom Keller bis zum Dach für Offenheit und will auch weiterhin ein Ort bleiben, in dem es erlaubt ist, ums Eck zu denken und nicht mit dem Strom zu schwimmen. Und zwar gerade in Zeiten, in denen sich auf politischer und sozialer Ebene neokonservative Trends breit machen, die oftmals zum Rückzug ins Private führen.
Die  Schattierungen der Begriffe Konservatismus, konservativ und konserviert stehen auch im Zentrum von #„kon.serviert – 30 Jahre Stromboli“, das zu einer breitgefächerten Auseinandersetzung mit akuten gesellschaftspolitischen Themen anregen will. Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen Alt und Neu sollen dabei die positiven und negativen Aspekte des Konservierens thematisiert werden – frei nach dem Motto „Wie viel Vergangenheit braucht die Zukunft?“. Dabei will sich das Kulturlabor Stromboli mit selbstkritischem und ironischem Blick auch mit der eigenen Rolle als gewachsenen und verwurzelten Kulturinstitution auseinandersetzen, ohne dabei die Perspektiven für die nächsten 30 Jahre aus dem Auge zu verlieren.


Highlight des Jubiläumsprogramms verspricht das Gastspiel des italienischen „Circo Paniko“ zu werden, der  im Hofratsgarten der Burg Hasegg Station macht und dabei Artistik mit Akrobatik, Tanz und Live-Musik verbindet. Die Stromboli-Fassade wiederum wird während der Projektdauer vom Haller Grafiker und Illustrator Peter Fejes mit einem Wimmelbild eingekleidet, das Szenen aus dem Haller Alltag zeigt. In diesen stürzt sich auch die Stromboli-Stadtschreiberin Lisa Krusche, die während ihres Aufenthalts eine literarisch-fotografische Instagram-Wunderkammer erschaffen will. Obendrein lädt eine mobile Wunschbox Passanten dazu ein, Ideen und Wünsche für die Zukunft der Stadt Hall zu postulieren, während die Performer Martin Fritz und Franz Xaver Franz zu einer fiktiv-performativen Quizshow laden und eine Gruppe heimischer Künstler ein „Hallisches“ Container-Dorf mit interaktiven Aktionen, grafischen Objekten sowie Klang- und Videoinstallationen bespielt.   

 

--> Das Programm

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